Zeitreise ins Rauriser Tal

Im Pinzgau, südlich des Salzachtals, ist die größte Gemeinde des Salzburger Landes zu finden. Rauris. Trotz der enormen Fläche, leben hier nur etwa 3000 Menschen. In der rauen Bergwelt ist also nach wie vor viel Platz für wilde Tiere und spannende Wanderungen. Für eindrucksvolle Gipfelziele, echtes Gold und jede Menge Geschichten.

1 – Die Tauernhäuser

„Welch Glück, der Saumhandel floriert. Täglich steigen mutige Männer mit ihren Tieren über das mehr als 2500 Meter hohe Hochtor, überqueren die Alpen von Nord nach Süd, von Süd nach Nord. Auf ihren Rücken lastet schwer der Wein, die Gewürze, die edlen Stoffe aus dem Süden. Auf dem Rückmarsch dann vor allen Dingen das Salz. Das ganze Jahr über, Tag ein Tag aus, sei der Winter noch so tief. Zum Schutz von Leib und Leben erbauten wir daher primitive Häuser, richteten sie spartanisch ein, mit nichts als dem Nötigsten. Die Säumer aber mit nichts Besserem in ihren Köpfen, versudeln, verschandeln die Tische und ziehen bald schon eilig weiter.“

1 – Die Tauernhäuser

„Welch Glück, der Saumhandel floriert. Täglich steigen mutige Männer mit ihren Tieren über das mehr als 2500 Meter hohe Hochtor, überqueren die Alpen von Nord nach Süd, von Süd nach Nord. Auf ihren Rücken lastet schwer der Wein, die Gewürze, die edlen Stoffe aus dem Süden. Auf dem Rückmarsch dann vor allen Dingen das Salz. Das ganze Jahr über, Tag ein Tag aus, sei der Winter noch so tief. Zum Schutz von Leib und Leben erbauten wir daher primitive Häuser, richteten sie spartanisch ein, mit nichts als dem Nötigsten. Die Säumer aber mit nichts Besserem in ihren Köpfen, versudeln, verschandeln die Tische und ziehen bald schon eilig weiter.“

Fast 500 Jahre später im Seidlwinkltal. In einer dieser einfachen Schutzhütten treffe ich auf Helene Gerstgraser. Sie versorgt längst keine Säumer mehr, sondern Wanderer, die hier gerne eine deftige Mahlzeit oder ein kühles Getränk serviert bekommen. Allerdings nur im Sommer. Im Winter ist das enge Tal gesperrt: Lawinengefahr, weiß die Wirtin. Umso erstaunlicher, dass vor so langer Zeit schon die Männer schwer beladen über diese gewaltigen, tief eingeschneiten Berge stiegen. Wo doch gerade die Blumen draußen so schön blühen, die Sonne so warm scheint. 


Die Welt vor 500 Jahren aber war eine andere, die Winter härter. Manch einer bezahlte den langen Weg übers Hochtor mit dem Leben, weswegen im Rauriser Tauernhaus einst sogar ein Kämmerlein eingerichtet wurde. Ein klein wenig gruselt sich Helene sogar selbst noch vor diesem Raum. Denn wer den beschwerlichen Saumweg nicht überlebte, der wurde vom Berg hierher ins kalte Kämmerlein gebracht – und erst im Frühling weiter ins Tal transportiert. Wie lange das nun schon her ist, möchte ich Helene fragen. Sie aber sucht die Antwort in den Kratzern auf der Tischplatte. „Fünfzehnhundertnochwas, so gut kann man es leider nicht mehr erkennen.“ Erschrocken hebe ich da meine Arme vom Tisch. 


(...)

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